Stellungnahme der CUKK zum Polizeieinsatz im City Club
Die Club- und Kulturkommission Augsburg e.V. (CUKK) steht seit ihrer Gründung für ein sicheres, vielfältiges und lebendiges Nachtleben in unserer Stadt. Die Sicherheit in der „Stadt nach Acht“ ist uns seit Jahren ein zentrales Anliegen. Aus diesem Grund haben wir uns bewusst zwei Tage Zeit genommen, um in die Szene hineinzuhören, Informationen zu sammeln und auf belastbare Fakten zu warten – Fakten, die bis heute nicht in ausreichender Form vorliegen.
Unzureichende Informationslage und Kritik an der Kommunikationspolitik
Nach aktuellem Kenntnisstand vom 3. Februar 2026 sind die öffentlich zugänglichen Informationen nicht ausreichend, um sich ein umfassendes Bild des Einsatzes zu machen. Die bisherige Informationspolitik von Staatsanwaltschaft und Polizei halten wir für unzureichend.
Vage Formulierungen wie „Drogen im niedrigen dreistelligen Bereich“ sind nicht geeignet, einen derart massiven Einsatz zu begründen. Wir erwarten zeitnahe, transparente und ausschließlich faktenbasierte Aufklärung.
Verhältnismäßigkeit des Einsatzes
Auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen halten wir den Einsatz für unverhältnismäßig. Der Eindruck drängt sich auf, dass hier ein Exempel statuiert werden sollte. Vergleichbare Razzien in Bayern kennen wir nahezu ausschließlich aus Clubs des linken oder progressiven Spektrums – etwa in der Roten Sonne in München oder im Club Die Rakete in Nürnberg. Razzien in dieser Größenordnung sind uns aus anderen gesellschaftlichen Bereichen – Festzelte, Großveranstaltungen, High-Society-Events – nicht bekannt. Drogenkonsum ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. Ob uns das gefällt oder nicht, spielt keine Rolle. Entscheidend ist: Gleichbehandlung aller gesellschaftlichen Gruppen ist ein rechtsstaatliches Grundprinzip. Dieses erwarten wir insbesondere von Polizei und Staatsanwaltschaft.
Kritik an der Durchführung des Einsatzes
Wir kritisieren zudem die Art und Weise, wie der Einsatz durchgeführt wurde:
• Die Zahl der eingesetzten Kräfte lag um ein Vielfaches (ca. 10 Fach) über dem, was in Augsburg bei ähnlichen Maßnahmen üblich ist.
• Leibesvisitationen ohne Sichtschutz sind nicht akzeptabel.
• Die Anwesenheit eines Kamerateams eines privaten Fernsehsenders halten wir für hochproblematisch und falsch.
• Türen, Schränke und Tresore wurden aufgebrochen, obwohl die Betreiber*innen aktiv angeboten hatten, diese zu öffnen.
• Betroffene Gäste wurden lange im Ungewissen gelassen und unzureichend informiert.
• Das Auftreten der Einsatzkräfte wirkte martialisch und unverhältnismäßig einschüchternd.
Clubs sind keine rechtsfreien Räume – aber sie sind Kulturorte
Wir halten ebenso fest: Clubs sind keine rechtsfreien Räume. Der Verkauf oder offene Konsum illegaler Substanzen darf von Betreiber*innen nicht geduldet werden. Für alle Kulturorte erwarten wir künftig von Polizei und Staatsanwaltschaft allerdings ein deutlich höheres Maß an Fingerspitzengefühl – im Umgang mit den Orten selbst und vor allem mit den Menschen, die dort einfach einen schönen Abend verbringen wollen.
Solidarität mit dem City Club
Unser Mitglied „City Club“ steht seit vielen Jahren für vielfältige, progressive und außergewöhnliche Kulturarbeit in Augsburgs Nachtkultur – als sicherer Ort, als Plattform für Jugendkultur und als wichtiger Bestandteil der „Stadt nach Acht“. Wir stehen solidarisch an der Seite der Betreiber*innen und der Community.
Unsere Forderungen
Sofortige, transparente und faktenbasierte Aufklärung des Einsatzes.
Begründung der Verhältnismäßigkeit eines derart massiven Polizeiaufgebots.
Klare Regeln für den Schutz der Persönlichkeitsrechte bei Einsätzen in Kulturorten.
Gleichbehandlung aller gesellschaftlichen Gruppen bei polizeilichen Maßnahmen.
Ein Dialogformat zwischen Polizei, Stadt und Kulturszene, um zukünftige Eskalationen zu vermeiden.
Der Vorstand
Club und Kulturkommission Augsburg e.V.
